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Palliativmedizin im Fokus am Westdeutschen Tumorzentrum

WTZ Gastgeber des 7. Symposiums Palliativmedizin der AG Palliativmedizin des Netzwerkes Onkologischer Spitzenzentren

Am Donnerstag, 27. Juni 2019, war das Westdeutsche Tumorzentrum (WTZ) der Universitätsmedizin Essen (UME) Ausrichter des 7. Symposiums Palliativmedizin der Arbeitsgemeinschaft Palliativmedizin des Netzwerkes Onkologischer Spitzenzentren.

Als eines von 13 durch die Deutsche Krebshilfe geförderten Onkologischen Spitzenzentren in Deutschland nehmen Vertreter des WTZ regelmäßig an halbjährlichen Treffen der Arbeitsgemeinschaft Palliativmedizin teil. Als Auftakt dieser Treffen veranstaltet die AG öffentliche Symposien, wie nun am WTZ. Das Thema der Veranstaltung: „Frühe Integration – Palliativmedizin als Bestandteil der onkologischen Therapie“.

Es ist schon länger bekannt, dass eine begleitende palliativmedizinische Versorgung von Beginn einer Tumorbehandlung an zur Verbesserung der Lebensqualität und ggf. sogar zu einer Verlängerung der Lebenszeit führen kann. Vor diesem Hintergrund kamen rund 70 In- und Externe aus der Palliativmedizin, Hospiz- und Sozialarbeit, Psychoonkologie, Pflege und Medizin sowie Interessierte und Angehörige von onkologischen Patientinnen und Patienten zusammen, um gemeinsam über die frühe Integration der Palliativmedizin zu diskutieren.

Univ.-Prof. Dr. Kurt Werner Schmid, stellv. Ärztlicher Direktor der UME und Direktor des Instituts für Pathologie, eröffnete die Veranstaltung mit deutlichen Worten: „Die Palliativmedizin ist eines der wichtigsten Fächer der Medizin. Lange hat man ihr wenig Bedeutung beigemessen, doch das ändert sich nun dramatisch. Wir erleben einen Shift von der Therapie zum bestmöglichen Lebensende eines Patienten. Es muss aber noch sehr viel getan werden, daher ist das Wirken der Arbeitsgemeinschaft Palliativmedizin der von der Krebshilfe geförderten Spitzenzentren von großer Bedeutung.“ Dr. Jörg Hense, Leiter der Palliativstation WTZ-4 in der UME, führt die Besucher in die Bedeutung der früh integrierten Palliativmedizin innerhalb der Onkologie ein: „Sie muss die Symptomkontrolle optimieren, Patienten und Angehörige unterstützen, Autonomie ermöglichen, eine Prognose- und Entscheidungsmöglichkeit bieten, eine vorausschauende Lebensplanung unterstützen – und dies alles vor dem Hintergrund der individuellen Bedürfnisse von Patienten.“ Er pflichtet seinem Kollegen bei: „Die Palliativmedizin muss stärker etabliert werden, denn sie ist immer ein Profit für die Patienten.“

Als Sprecher der AG Palliativmedizin im CCC-Netzwerk der Deutschen Krebshilfe führten Prof. Dr. Christoph Ostgathe, Leiter der Palliativmedizinischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen und Präsident der European Association for Palliative Care (EAPC) und Prof. Dr. Karin Oechsle, Leiterin der Palliativmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), durch das Symposium. Organisiert wurde das Symposium von PD Dr. Mitra Tewes, die in der WTZ-Ambulanz erfolgreich die Palliativmedizinische Sprechstunde und palliativmedizinische Forschungseinheit aufgebaut hat und Sprecherin der AG Forschung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) ist. Sie konnte neben Referenten aus der Universitätsmedizin Essen und Prof Dr. Ostgathe auch PD Dr. Anne Letsch, Leiterin des Palliativbereichs und der AG Supportive/Palliative Care in der Klinik für Hämatologie und Onkologie am Campus Benjamin Franklin an der Charité Berlin und Vorstandsmitglied der DGP, für einen Vortrag gewinnen.

Von der sektorenübergreifenden Hospizarbeit (Dr. Ferya Banaz-Yasar, Koordinatorin ambulanter Hospizdienst, UME), der lösungsorientierten Kommunikation in der Palliativmedizin (Ursula Birk-Rump, Sozialdienst UME), über Schulungen in der Palliativmedizin (PD Dr. Mitra Tewes), bis hin zu internationalen Beispielen für frühe palliativmedizinische Integration (PD Dr. Anne Letsch) und zukünftigen technischen Möglichkeiten der Palliativmedizin (Prof. Dr. Christoph Ostgathe): Die Vorträge des Symposiums warfen ein breit gefächertes Bild auf die Herausforderungen des Fachbereichs.

 

Aus den Vorträgen:

Intuition – Integration – Migration: Sektorenübergreifende Hospizarbeit an der Universitätsmedizin Essen. Dr. Ferya Banaz-Yasar

„Hospizarbeit verstehen wir in der Universitätsmedizin Essen als menschensensible, sektorenübergreifende hospizliche Begleitung. Wir ermöglichen Patienten mit verschiedensten persönlichen, kulturellen und religiösen Hintergründen einen gleichberechtigten Zugang zur Palliativmedizin. Bei uns werden Menschen von Menschen begleitet.“

 

Integration von Diagnose und Prognose in das „hier und jetzt“: Lösungsorientierte Kommunikation in der Palliativmedizin. Fr. Ursula Birk-Rump (Sozialdienst)

„Soziale Arbeit in der Palliativmedizin schafft kommunikative Begegnungsräume und gibt den Patienten die wichtige Möglichkeit zur Selbstexploration. Es ist notwendig, ihnen respektvoll zu begegnen, sie genau dort abzuholen wo sie stehen, Akzeptanz für ihre Situation zu vermitteln und gemeinsam mit ihnen mutig sowie offen über das Leben und Sterben zu reden.“

 

Man sieht nur, was man weiß: Schulung in der Palliativmedizin. PD Dr. Mitra Tewes

„Bei der Integration von Palliativmedizin spielt die Edukation eine große Rolle. Spezialisierte Palliativmediziner müssen ihr Wissen mit allgemeinen Palliativmedizinern und den Primärversorgern teilen. In Deutschland gibt es großen Nachholbedarf in der Schulung von Versorgenden für Patienten mit einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung. Dies liegt unter anderem daran, dass der Fachbereich sehr schnell wächst und es zu wenige Ausbilder gibt. Zudem gibt es deutschlandweit kein einheitliches Ausbildungskonzept. Das Kommunikationstraining ist inadäquat und das Wissen über die Qualifikation der verschiedenen Berufsgruppen der Palliativmedizin unzureichend. Eine Rotation auf Palliativstation für onkologische Weiterbildungsassistenten könnte diese Schulungslücke schließen. Der ‚Facharzt für Palliativmedizin‘ wäre ein weiterer wichtiger Schritt für eine stärkere Professionalisierung in der spezialisierten Palliativmedizin.“

 

Blaupause: Wie funktioniert die frühe Integration international? PD Dr. Anne Letsch

„International gibt es eine grundsätzliche Befürwortung des Konzeptes der frühen Integration der Palliativmedizin in die Patientenversorgung und -behandlung von Tumorpatienten. Und wir wissen: Der palliativmedizinische Bedarf steigt. Bis zum Jahr 2060 werden sich global schwerwiegend krankheitsbezogene Leiden verdoppeln. Wenn wir uns in Europa die Versorgung durch spezialisierte Palliativmediziner anschauen, wird es eine wichtige Herausforderung sein, wie man die Kooperation zwischen Onkologie und Palliativmedizin optimal plant und systematische Integrationskonzepte entwickelt.“

 

Palliativmedizin gestern – heute – morgen. Prof. Dr. Christoph Ostgathe

„Die ambulante Palliativversorgung am WTZ ist ein Best-Practice-Modell für andere Einrichtungen. Doch auch hier wird sich in den nächsten Jahrzehnten sicherlich noch vieles wandeln. Derzeit handelt die Palliativmedizin nach einem „high-person-low-technology“-Ansatz. Auch in Zukunft wird in unserer Arbeit der Mensch immer im Mittelpunkt stehen, jedoch muss sich die Palliativversorgung mit den Themen wie der zunehmenden Digitalisierung und den Möglichkeiten innovativer Sensorik auseinandersetzen. Neue Entwicklungen wie beispielsweise Herzfrequenz oder Atmung ohne Kabel unbemerkt und belastungsfrei zu messen, könnte bei Schwerkranken u.a. die Qualität der Symptom- und Schmerzbehandlung deutlich verbessern.“

 

Weiterführende Informationen:

www.palliativmedizin-essen.de

www.ccc-netzwerk.de/arbeitsgruppen/palliativmedizin.html

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Ansprechpartner

Priv.-Doz. Dr. med. Mitra Tewes

Fachärztin für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie, Palliativmedizin

Ansprechpartner

Janine Scholz

Referentin Patientenstrategie und Kommunikation, WTZ-Geschäftsstelle

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