Bitte wählen Sie:

Universitätsklinikum Essen
Direkteinstieg:

Schnelleinstieg über:

Behandlungsprogramme

Im WTZ kommen die Experten zu den Patienten, das heißt, wir haben die Behandlung von Patienten mit Krebserkrankungen so organisiert, dass alle beteiligten Experten in jeweils einem Behandlungsprogramm zusammenarbeiten. So sind für den Patienten kurze Wege und für die Experten eine optimale Kooperation gewährleistet.

Unsere Auswahlliste mit unterschiedlichen Begrifflichkeiten zu Tumorarten und -regionen hilft Ihnen bei der Suche nach dem passenden Behandlungsprogramm. Bitte wählen Sie:

zur Übersicht
Über uns

ERSTKLASSIGE KREBSBEHANDLUNG UND ONKOLOGISCHE PFLEGE

Bei manchen Krebsdiagnosen sind die Chancen auf Heilung selbst bei exzellenter medizinischer Versorgung gering, so zum Beispiel bei Sarkomen. Im Rahmen der Behandlung am WTZ werden die modernsten Behandlungsmöglichkeiten ausgenutzt, wodurch zumindest die Hälfte aller Patienten mit Risiko-Sarkomen erfolgreich behandelt werden kann. Betroffene, bei denen aufgrund der Schwere der Erkrankung alle medizinischen Maßnahmen ausgeschöpft sind, bekommen auf der Palliativstation besondere Betreuung. Ziel ist eine erstklassige Behandlungsqualität mit besonderer Expertise in der palliativen Pflege.

Bei Sarkomen handelt es sich um eine sehr seltene Form der Tumorerkrankung. In Deutschland werden nur etwa 1.000 bis 2.000 Neuerkrankungen pro Jahr registriert. Prof. Dr. Sebastian Bauer, Sprecher des Sarkomzentrums am Westdeutschen Tumorzentrum, erklärt: „Sarkome sind bösartige Tumorerkrankungen, die aus Vorläuferzellen des Stütz- und Bindegewebes hervorgehen. Sie können im gesamten Körper auftreten. Betroff ene Patienten müssen für die chirurgische Therapie in aller Regel stationär behandelt werden.“ Grob unterscheidet man zwischen Knochen- und Weichgewebssarkomen, die aber noch weiter in über 150 verschiedene Untergruppen aufgeteilt werden. Die Behandlung der Sarkome unterscheidet sich in Abhängigkeit von der Subgruppe oder bestimmten Merkmalen, die die Pathologen festlegen. Zu den häufigsten Sarkomen gehören Leiomyosarkome, Liposarkome und undiff erenzierte Sarkome. Im Knochen sind Ewing-Sarkome und Osteosarkome die häufigsten Sarkomsubgruppen. Die Häufigkeiten variieren allerdings sehr stark in Abhängigkeit vom Alter der Betroffenen. „Das Alter vieler Patienten auf den WTZ-Stationen liegt zwischen 25 und 40 Jahren. Ob Ärzte oder Pflegefachpersonal – dies stellt alle Mitglieder des Behandlungsteams gleichermaßen vor große emotionale Herausforderungen, da viele von ihnen etwa im gleichen Alter sind“, berichtet Prof. Dr. Bauer.

Das onkologische Pflegeteam auf den Stationen ist stark gefordert. Es garantiert durch ein sehr hohes Maß an Expertise, teilweise schon langjährige Berufserfahrung und onkologische Fachweiterbildung eine hohe Pflegequalität. Zusätzlich gewährleistet die Arbeit von Pflegeexperten die Einhaltung der hohen Pflegestandards. Rita Bodenmüller-Kroll, seit 2011 onkologische Pflegeexpertin in der Stabstelle Entwicklung und Forschung Pflege des Universitätsklinikums Essen: „Die Arbeit mit den Patienten ist in der onkologischen Pflege besonders herausfordernd, vor allem in Aufklärungsgesprächen. Die meisten Krebspatienten sind sehr verunsichert. Sie sind sehr dankbar, wenn ihnen unser Pflegepersonal Wege aufzeigt, wie sie mit ihrer Krebserkrankung dennoch ihren Alltag bestmöglich bewältigen können.“

Prof. Dr. Sebastian Bauer, Sprecher des Sarkomzentrums am WTZ

Laut Prof. Dr. Bauer ist die exakte Typisierung für alle Phasen der Therapieplanung wichtig. Es gibt Sarkome, bei denen eine Operation allein praktisch immer zur Ausheilung führt. Die Einteilung der Bösartigkeitsstufen und auch die Operabilität legen zudem fest, ob eine Strahlentherapie allein oder in Kombination mit einer Chemotherapie sinnvoll ist. „Bei anderen Sarkomen muss vor einer Operation eine Chemotherapie erfolgen, weil die Heilungschancen sonst möglicherweise deutlich sinken. Glücklicherweise kann bei Knochensarkomen die Mehrzahl der Therapien durch die Kombination aus Chemotherapie und  Operation erfolgreich abgeschlossen werden. Die meisten Patienten sehen wir noch über viele Jahre in unserer ambulanten Nachsorge; diese Erfolge gehören für uns Ärzte zu den Highlights im Alltag. Leider bekommen die stationären Pflegeteams, die die Patienten in ihrer schwersten und anstrengendsten Phase betreut haben, diese positive Rückmeldung durch die Patienten nur selten. Wir müssten die Nachsorge auf Station machen.“, bedauert Prof. Dr. Bauer.


„Es gibt Sarkome, bei denen eine Operation allein praktisch immer zur Ausheilung führt.“

(Prof. Dr. Sebastian Bauer, Sprecher des Sarkomzentrums am WTZ)

 

Auf die Frage, was ihn an seiner Arbeit besonders reizt, antwortet er: „Das Sarkomzentrum am WTZ ist einmalig in Deutschland. Das hängt mit der langjährigen, strukturierten Behandlung durch ein Team von Ärzten und medizinischen Fachkräften zusammen. Hier in Essen hat sich die Klinikleitung bewusst dafür entschieden, Spezialisten langfristig an das Zentrum zu binden, die sich ausschließlich auf die Behandlung von Sarkompatienten konzentrieren.


"Das Sarkomzentrum am WTZ ist einmalig in Deutschland.“

(Prof. Dr. Sebastian Bauer, Sprecher des Sarkomzentrums am WTZ)

 

Neben spezialisierten Chirurgen und Onkologen kommen auch andere Technologien bei der Behandlung von Sarkomen zum Einsatz, die es nur hier oder nur an ganz wenigen Zentren in Europa gibt. Dazu zählen zum Beispiel die Protonentherapie, die Tomotherapie, aber auch die isolierte Extremitätenperfusion sowie Studien mit den neuesten Medikamenten. So können wir hier Patienten mit Medikamenten versorgen, die erst drei bis vier Jahre später offiziell erhältlich sind – eine Tatsache, die ihre Heilungschancen steigern kann und Hoffnung gibt.“ 

WENN DIE LETZTE LEBENSPHASE BEGINNT

Erstmalig wurde in der Universitätsmedizin Essen im Januar 2012 als Teil der Inneren Klinik (Tumorforschung) eine Palliativstation im WTZ-Stationsgebäude eingerichtet. Diese verfügt über zwölf Patientenbetten in Form von Einzelzimmern, in denen auch für Angehörige Übernachtungsmöglichkeiten bestehen. Zum wohnlichen Charakter der Station tragen u. a. freundliche Farben, eine beeindruckende Dachterrasse und ein großes Wohnzimmer mit Aquarium bei. Auf der Palliativstation werden Menschen mit einer nicht heilbaren, lebensbedrohlichen Erkrankung behandelt. Ziel der Betreuung durch das multiprofessionelle Team ist die Verbesserung oder der Erhalt der Lebensqualität und Selbstständigkeit der Patienten.


„Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.“

(Cicely Saunders, Begründerin der modernen Hospizbewegung und Palliativmedizin)

 

Die Linderung von sehr unterschiedlichen krankheits- und therapiebedingten Symptomen auf körperlicher, psychischer, spiritueller und sozialer Ebene ist dabei Hauptaufgabe des Teams, bestehend aus Medizinern, Pflegefachpersonen, Physiotherapeuten, Sozialarbeitern, Seelsorgern, Kunsttherapeuten und ehrenamtlichen Mitarbeitenden des Hospizdienstes. Der überwiegende Teil der Teammitglieder ist palliativ fortgebildet. Wund- und Stomatherapie sowie Psychoonkologen, Logopädie und Ernährungs- und Diätberatung ergänzen im Bedarfsfall das Betreuungsangebot. Die Begleitung der oftmals letzten Lebensphase der Patienten auf der Palliativstation bezieht immer die Angehörigen mit ein und beinhaltet Sterbe- und Trauerbegleitung über den Tod hinaus. Wenn man unendlich vieles bieten, den größten Wunsch aber nicht erfüllen kann. Der ganzheitliche Versorgungsanspruch für die Patienten und ihre Angehörigen in ihrer extremen Lebenssituation und die auf den Menschen individuell ausgerichtete Begleitung erfordern eine besondere Personalausstattung. Offene Besuchszeiten, Gemeinschaftsangebote wie Wohnzimmerkonzerte, gemeinsame Mahlzeiten sowie kleinere Kunstausstellungen gehören ebenso zur Begleitung wie die Gedenkfeiern für Angehörige. Frank Kreymann, bis Oktober 2018 Teamleiter der Palliativstation und nun Pflegeexperte Palliativ, ergänzt: Niemand vom Pflegeteam ist zufällig hier, jeder Einzelne hat sich bewusst für die Arbeit auf der Palliativstation entschieden. Die Vielfältigkeit des Teams gibt den Patienten die Möglichkeit, sich ihr spezielles Gegenüber zu suchen, mit dem sie ein besonderes Vertrauensverhältnis in ihrer besonderen Lebenssituation eingehen. Gemeinsam haben wir das Bestreben, unseren Patienten so viel wie möglich an Lebensqualität im ‚Hier und Jetzt‘ zu ermöglichen.“

Frank Kreymann, Pflegeexperte Palliativ, mit Roland Jusu Allieu, Gesundheits- und Krankenpfleger

Erstklassige Therapiequalität und Pflegestandards

Egal, auf welcher Station Patienten behandelt oder versorgt werden: Das im WTZ versammelte Knowhow gewährleistet eine erstklassige Therapiequalität. So müssen zum Beispiel alle Assistenzärzte, die sich in der onkologischen Weiterbildung befinden, ihre ärztliche Tätigkeit für ein halbes Jahr auf der Palliativstation verrichten. Wie die hohen onkologischen Pflegestandards im WTZ gewährleistet werden können, beantwortet Rita Bodenmüller-Kroll, indem sie ihre Aufgabengebiete beschreibt: „Meine Arbeit als onkologische Pflegeexpertin umfasst drei Schwerpunkte: Erstens die Sicherstellung onkologischer Pflegevisiten. Zweitens die onkologische Pflegeberatung. Und drittens die Unterstützung von Bernadette Hosters und ihrem Team in der Stabstelle Entwicklung und Forschung Pflege in  pflegewissenschaftlicher Vernetzung, zum Beispiel durch die Organisation von Pflegesymposien zum Thema Onkologie.“Wir verabschieden Rita Bodenmüller-Kroll in diesem Frühjahr in den wohlverdienten Ruhestand. Gleichzeitig begrüßen wir Timo Gottlieb als Pflegeexperte APN (Advanced Practice Nurse) Onkologie. Er ist der erste Pflegeexperte mit Masterabschluss am Universitätsklinikum Essen und für die Koordination der onkologisch-pflegerischen Fachbereiche zuständig.


„Um eine optimale onkologische Versorgung zu erreichen, ist – analog zu einer fachärztlichen Behandlung – eine adäquate onkologisch-pflegerische Versorgung Voraussetzung.“

(Rita Bodenmüller-Kroll, ehemals onkologische Pflegeexpertin am WTZ)

 

„Diese wird an unserem Haus von onkologisch-fachweitergebildeten Pflegenden gemeinsam mit hochqualifizierten Pflegeexperten geleistet. Damit werden auch pflegewissenschaftliche aktuelle Erkenntnisse umgehend in der Praxis umgesetzt. Digitale Hilfsmittel, wie beispielsweise unsere elektronische Dokumentation, unterstützen diesen Prozess durch eine Erhöhung der Transparenz und damit letztlich der Patientensicherheit.“

Die WTZ-Ambulanz

Ob eine Behandlung bzw. Untersuchung unter ambulanten oder stationären Bedingungen durchgeführt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel der Art und Dauer der edikamentösen Therapie, der eventuellen Notwendigkeit einer Überwachung nach einem diagnostischen Eingriff oder einer Behandlung sowie von der körperlichen Verfassung. Die 2008 eröffnete WTZ-Ambulanz gilt als Herzstück des Westdeutschen Tumorzentrums und dient in der Regel als Eintrittspforte für die vielschichtigen Behandlungsoptionen des Zentrums. Diagnostik, Arztgespräche und Chemotherapien werden hier durch die Mitarbeitenden der Ambulanz administrativ organisiert. Die Patienten werden umfassend, interdisziplinär und multiprofessionell betreut. Zudem steht ihnen ein breites Informations- und Beratungsangebot zur Verfügung.