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Behandlungsprogramme

Im WTZ kommen die Experten zu den Patienten, das heißt, wir haben die Behandlung von Patienten mit Krebserkrankungen so organisiert, dass alle beteiligten Experten in jeweils einem Behandlungsprogramm zusammenarbeiten. So sind für den Patienten kurze Wege und für die Experten eine optimale Kooperation gewährleistet.

Unsere Auswahlliste mit unterschiedlichen Begrifflichkeiten zu Tumorarten und -regionen hilft Ihnen bei der Suche nach dem passenden Behandlungsprogramm. Bitte wählen Sie:

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Über uns

EXZELLENZ ZUM WOHL DER PATIENTEN

Als international anerkanntes Comprehensive Cancer Center (CCC) und DKTK-Partnerstandort bietet das Westdeutsche Tumorzentrum seinen Patienten dank eigener Forschung Zugang zu zahlreichen klinischen Studien und neuartigen Therapieverfahren. Die enge Verzahnung von Tumorforschung, -diagnostik und -therapie und eine exzellente interdisziplinäre Arbeitsweise sind die Treiber der Kompetenz, die das WTZ im Lauf der Jahrzehnte aufgebaut hat.

 

Der Erfolg des WTZ fußt auf optimal ineinandergreifenden Prozessen und Strukturen – über alle Standorte der Universitätsmedizin Essen hinweg. Wie es dem Westdeutschen Tumorzentrum gelingt, Meilensteine in der Tumormedizin zu setzen, zeigen beispielhaft die translationale Tumorforschung im Behandlungsprogramm DCP1 („Disease Oriented Clinical Program“) Magen-Darm-Tumoren und der ganzheitliche Therapieansatz im DCP2 Lungen- und Thoraxtumoren im WTZ-Lungenkrebszentrum.

Interdisziplinär und translational: Tumorforschung am WTZ

Bauchspeicheldrüsenkrebs zählt zu den gefährlichsten Krebsarten. Seine Ursachen sind noch nicht eindeutig geklärt und die Überlebenschancen äußerst gering. Viele Patienten entwickeln schnell Resistenzen gegen die Chemotherapie, die dann wirkungslos bleibt. Prof. Dr. Jens Siveke, DKTK-Professor und Leiter der Abteilung für „Translationale Onkologie Solider Tumore“ am WTZ, erforscht zusammen mit einem Team aus Medizinern und Biologen in einem von der Deutschen Krebshilfe geförderten nationalen Forschungsverbund die Gründe dafür. „Unser Ziel ist es, auf der Grundlage unserer Forschung Medikamente zu entwickeln, die die Plastizität eines solchen Tumors in Angriff nehmen und den Tumor so umprogrammieren, dass er weniger aggressiv ist und auf Chemotherapeutika, aber vielleicht auch Immuntherapien anspricht“, erläutert Prof. Dr. Siveke.

Im Zentrum der Untersuchungen stehen regulatorische Proteine, die das sogenannte Chromatin (verpackte DNA) und das Ablesen von Genen in den Zellen steuern und so eine wichtige Rolle für die Wandlungsfähigkeit (Plastizität) spielen. Im Laborversuch hat das Team bereits erste Erfolge erzielt. Es konnte zwei Proteine blockieren und so das  Tumorwachstum verlangsamen. Im nächsten Schritt sollen aufbauend auf diesen Ergebnissen neue Wirkstoffe und innovative Therapiestrategien entwickelt und für eine rasche Umsetzung in klinische Studien evaluiert werden.

Bereichsübergreifend gemeinsam gegen Krebs forschen.

v.l.: Prof. Dr. Clemens Aigner, Prof. Dr. Martin Stuschke, Prof. Dr. Martin Schuler, Prof. Dr. Dirk Theegarten

 

Unterstützung erhalten die Onkologen von der Nachwuchsarbeitsgruppe Molekulare Tumorpathologie am WTZ unter Leitung von Dr. Barbara Grüner. Die Arbeitsgruppe wurde vom DKTK am Westdeutschen Tumorzentrum eingerichtet. 2017 wurde sie in das renommierte Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgenommen und hat sich innerhalb kürzester Zeit interdisziplinär am WTZ etabliert. Dr. Grüners Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Einfluss von Lipiden und Lipid-modifizierenden Enzymen auf die Tumorentwicklung, Metastasierung und das Therapieansprechen in der Bauchspeicheldrüse. Dazu hat die Arbeitsgruppe bereits ein Hochdurchsatz-Screening für Bauchspeicheldrüsenkrebs entwickelt, um Hunderte Wirkstoffe und deren Einflüsse auf die Metastasierung parallel in komplexen Modellen testen zu können. Derzeit erforscht das Team um Dr. Grüner die Mechanismen der Therapieresistenz mithilfe der innovativen Barcoding-Technologie.

Das Labor für Molekulare Onkologie geht ebenfalls der Frage nach, welche Mechanismen entscheidend dafür sind, ob ein Tumor auf zielgerichtete Therapie beziehungsweise Bestrahlungen anspricht oder nicht. Prof. Dr. Alexander Schramm, Leiter des Labors, konzentriert sich hinsichtlich der Tumorarten auf zwei Schwerpunkte: den nicht-kleinzelligen Lungenkrebs, der die häufigste Todesursache bei Männern darstellt, und Tumoren des oberen Verdauungstraktes. Im Mittelpunkt des Interesses stehen vor allem Fragestellungen zur Interaktion des Tumors mit dem Immunsystem, zur Metastasierung, aber auch des Tumormetabolismus. Hier besteht eine enge Zusammenarbeit mit den anderen Arbeitsgruppen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei den verschiedenen Tumorerkrankungen herauszuarbeiten.

Multidisziplinär und individuell angepasst: die Therapie bei Lungenkrebs

Lungenkrebs zählt zu den häufigsten Tumoren in Deutschland. Bundesweit erkranken jährlich mehr als 50.000 Männer und Frauen daran. Im Jahr suchen mehr als 2.000 Patienten mit dieser Erkrankung das Lungenkrebszentrum am WTZ auf. Zum Behandlungsteam gehören Onkologe und WTZ-Vizedirektor Prof. Martin Schuler, Thoraxchirurg Prof. Clemens Aigner, Pneumologe Prof. Christian Taube sowie Strahlenmediziner Prof. Martin Stuschke und die Pathologen Prof. K. W. Schmid und Prof. Dirk Theegarten. Die Behandlung erfolgt in der Universitätsmedizin Essen an den Standorten Ruhrlandklinik und Universitätsklinikum Essen. Bei nicht mehr heilbaren Bronchialkarzinomen wird der Palliativmedizinische Dienst der Universitätsmedizin Essen involviert.


„Ziel der Behandlung ist es in jedem Fall, den Tumor vollständig zu entfernen und dabei möglichst viel Lungengewebe zu erhalten.“

(Prof. Clemens Aigner, Direktor der Klinik für Thoraxchirurgie und thorakale Endoskopie)

 

„Im Interesse einer individuell an den Patienten angepassten Therapie verknüpfen wir neueste Diagnosemethoden mit innovativen Therapieangeboten“, erläutert Prof. Schuler.„Ergänzt wird dies durch das breite Portfolio klinischer Studien, zu denen Patienten Zugang erhalten.“ So kann die Innere Klinik (Tumorforschung) auch bei komplexen Fällen, beispielsweise in den Stadien III und IV, die Lebensqualität der Kranken deutlich verbessern und in vielen Fällen die Lebenszeit verlängern. Entscheidend für diese Erfolge ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit der Expertenteams. Sie beginnt bereits bei der Diagnose. Neben bildgebenden Verfahren geben Biopsien aus der Pathologie den entscheidenden Aufschluss über das Stadium der Tumorerkrankung. Vorteilhaft für Patienten ist, dass bereits vergleichsweise kleine Gewebeproben für die Befundung unter dem Mikroskop ausreichen.

„Die unter Verwendung von endobronchialem Ultraschall entnommenen Proben (EBUS-TBNA) sind methodenbedingt klein. Anhand dieser sehr kleinen Biopsien treffen wir  weitreichende Entscheidungen für die Patienten“, erläutert Prof. Theegarten, Leiter der Arbeitsgruppe Lungen- und Infektionspathologie am WTZ. Die von der Pathologie erstellten Befunde – 2018 waren es über 1.300 maligne Lungentumoren, die an das Krebsregister gemeldet wurden – weisen den Weg zur individuellen Therapie, für die, abhängig vom Tumorstadium und Allgemeinzustand des Patienten, Operation, Bestrahlungen, Chemo- und Immuntherapien infrage kommen. Für Operationen stehen den Thoraxchirurgen des Lungenkrebszentrums sämtliche moderne Verfahren zur Verfügung. Diese reichen von minimal-invasiven Techniken, die sich speziell für die Frühstadien eignen, über komplexe Präzisionsexzisionen mittels Elektrokauter oder Laser bis hin zur erweiterten Resektion in fortgeschrittenen Stadien. „Ziel der Behandlung ist es in jedem Fall, den Tumor vollständig zu entfernen und dabei möglichst viel Lungengewebe zu erhalten“, erläutert Prof. Aigner, Direktor der Klinik für Thoraxchirurgie und thorakale Endoskopie. 

Aus Sicht der Deutschen Krebsgesellschaft ist die Mindestanzahl von 75 Operationen im Jahr ein wichtiges Kriterium, um die Zertifi zierung als Lungenkrebszentrum zu erhalten. Die hoch spezialisierten WTZ-Chirurgen führen pro Jahr ein Vielfaches davon, etwa 350 Resektionen von Lungentumoren, durch. Mit ihrer enormen Erfahrung tragen sie dazu bei, dass die Klinik zu den größten und bedeutendsten in Deutschland und Europa gehört. Strahlentherapie bietet die Möglichkeit, das Tumorwachstum bei Lungenkrebs selektiv und belastungsarm zu kontrollieren, den Tumor im behandelten Volumen zu vernichten und damit die Heilungschancen zu erhöhen. Die WTZ-Strahlenkliniker unter Leitung von Prof. Stuschke, Direktor der Strahlenklinik, nutzen dazu die Fortschritte bei der bildgeführten intensitätsmodulierten Strahlentherapie. „Dabei wird der Tumor während der gesamten Bestrahlungsserie mittels Computertomographie, Röntgenbildern und elektromagnetischen Transpondern genau lokalisiert und verfolgt. Bestrahlt wird atmungskontrolliert nur bei Übereinstimmung von Ist- und Soll-Position des Tumors mit extrem hoher Präzision“, erläutert Prof. Stuschke.

Darüber hinaus setzen die Strahlenkliniker auf weitere innovative Therapieverfahren. So erforscht eine Arbeitsgruppe in der Strahlenklinik, wie sich die Erkenntnisse aus der  umorbiologie für die Strahlentherapie nutzen lassen. Sie geht unter anderem der Frage nach, wie sich die Strahlensensitivität von Tumoren spezifi sch durch molekular gerichtete Medikamente, die Mutationen des entsprechenden Tumors nutzen, erhöhen lässt. Eine weitere Arbeitsgruppe von Herrn Prof. Stuschke hat es sich zum Ziel gesetzt, die Protonentherapie für die Behandlung für die Behandlung von Patienten mit sehr großvolumigen Lungentumoren verfügbar zu machen. „Das Potenzial der intensitätsmodulierten Protonentherapie, die Therapieergebnisse im Rahmen des großen Spektrums von Methoden am WTZ zu verbessern, wird im Rahmen speziell angepasster, eigens aufgesetzter prospektiver klinischer Studien evaluiert“, so Prof. Stuschke.

Abgerundet wird das medizinische Spektrum der Inneren Klinik (Tumorforschung) unter anderem durch die palliative Versorgung auf der WTZ4, der Palliativstation der Universitätsmedizin Essen im Gebäude  „WTZ-Stationen“. Sie wird von Dr. Jörg Hense, Oberarzt der Palliativstation, geleitet. Um die in der Onkologie bereits fest im Denken verankerte Palliativmedizin in der gesamten Universitätsmedizin Essen auszubauen, wurde Dr. Bernhard Mallmann im Mai 2018 als Palliativbeauftragter der UME ernannt. „Die  Palliativmedizin ist zu einem Qualitätsmerkmal für alle Kliniken geworden“, hebt Dr. Mallmann hervor. „Bei allen Palliativpatienten steht die Lebensqualität im Mittelpunkt unserer Arbeit.“