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Universitätsklinikum Essen
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Behandlungsprogramme

Im WTZ kommen die Experten zu den Patienten, das heißt, wir haben die Behandlung von Patienten mit Krebserkrankungen so organisiert, dass alle beteiligten Experten in jeweils einem Behandlungsprogramm zusammenarbeiten. So sind für den Patienten kurze Wege und für die Experten eine optimale Kooperation gewährleistet.

Unsere Auswahlliste mit unterschiedlichen Begrifflichkeiten zu Tumorarten und -regionen hilft Ihnen bei der Suche nach dem passenden Behandlungsprogramm. Bitte wählen Sie:

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Über uns

GEBÜNDELTE EXPERTISE IN TUMORBOARDS

Am WTZ erhalten Patienten die bestmögliche Behandlung. Um dies zu gewährleisten, kommen Experten aus allen Fachrichtungen regelmäßig zu Tumorkonferenzen, sogenannten Tumorboards, zusammen. Insgesamt finden pro Woche 25 dieser Sitzungen im Rahmen der 14 Behandlungsprogramme (DCPs) am WTZ statt. Jede einzelne Tumorbehandlung wird dort durch die beteiligten Fachmediziner besprochen. Über ihre Arbeit im Tumorboard für neuroonkologische Erkrankungen berichten Dr. Daniela Pierscianek, Oberärztin an der Klinik für Neurochirurgie der Essener Universitätsmedizin, und Bachram Feiz, Tumordokumentar am WTZ.

Tumorboards sind in Deutschland seit Anfang dieses Jahrzehnts gängige Praxis. Sie stellen bei der Behandlung von Tumorpatienten die strukturierte interdisziplinäre Zusammenarbeit der Experten unterschiedlicher Fachrichtungen sicher. Verbindliche Rahmenbedingungen hat die Deutsche Krebsgesellschaft festgelegt. „Jeder Patient mit Verdacht auf eine kranielle oder spinale Tumorerkrankung muss in einem interdisziplinären Tumorboard vorgestellt werden“, erklärt Dr. Pierscianek. Dies sei auch in den Zertifizierungsrichtlinien der Krebsgesellschaft vorgeschrieben. Mit gutem Grund: „Nur so lassen sich bestmögliche Therapieentscheidungen treffen und mögliche Alternativen abwägen.“

Das Tumorboard der Neuroonkologie des WTZ trifft sich zweimal pro Woche, jeweils am Montag und Donnerstag. In ihr sind Experten vieler Fachrichtungen vertreten: Neurochirurgie, Neuroonkologie, Onkologie, Neuroradiologie und Neuropathologie sowie der Nuklearmedizin, der Strahlenklinik und des Westdeutschen Protonenzentrums. Dr. Pierscianek: „Wenn nötig, stoßen weitere Experten hinzu – beispielsweise Kinderonkologen, Dermatologen oder andere.“ Die Patienten bringen in der Regel bereits Aufnahmen eines niedergelassenen Radiologen mit, wenn sie zur Universitätsklinik kommen und sich zunächst ambulant an der Poliklinik vorstellen. Dort werden sie klinisch untersucht und beraten. Ihr Fall wird für das Tumorboard angemeldet und dort bei nächster Gelegenheit besprochen.

Zur Entscheidungsfi ndung im Board tragen Neuroradiologen und Nuklearmediziner wesentlich bei. In ihren Fachbereich gehören komplexe Verfahren wie PET-MRT (eine Kombination aus Positronenemissions- und Magnetresonanztomographie) und DOTATOC-PET – beide geben Aufschluss über Stoffwechselaktivitäten in den betroffenen Arealen. Hinzu kommt die funktionelle Bildgebung (fMRT), die unter anderem Aussagen über die genaue Lage bestimmter funktioneller Hirnareale wie beispielsweise des Sprachzentrums ermöglicht.

Dr. Daniela Pierscianek im neuroonkologischen Tumorboard

Auf Basis der vorliegenden Informationen schätzt der Neurochirurg im Tumorboard ein, ob eine Operation sinnvoll ist, welche Risiken dabei bestehen und ob sich der Tumor voraussichtlich vollständig entfernen lässt. Wenn ein Eingriff zu riskant erscheint oder der Patient sich in einem zu schlechten klinischen Zustand befindet, diskutieren die Spezialisten alternative Behandlungsmöglichkeiten.

Ob der Tumor gut- oder bösartig ist und um welche Tumorart genau es sich handelt, kann erst nach der Operation eindeutig diagnostiziert werden. Die Grundlage dafür bietet das Ergebnis der histologischen Untersuchung des entnommenen Gewebes im Labor.

Anschließend wird der Fall zum zweiten Mal im Tumorboard vorgestellt. Postoperativ werden – vor dem Hintergrund des histologischen Befundes und des klinischen Zustandes des Patienten – die weiteren Therapieoptionen diskutiert. In diesem Rahmen besprechen die Experten im Tumorboard auch, ob ein Patient in eine klinische Studie eingeschlossen werden kann.

Erst wenn alle Aspekte berücksichtigt sind, trifft das Tumorboard seine Entscheidung. Das Protokoll der Sitzung dokumentiert die Diskussion und das Ergebnis; es wird von allen Anwesenden unterschrieben. „Die Dokumentationen stehen den behandelnden Ärzten zur Verfügung“, erklärt Bachram Feiz. „So wissen sie genau, welche Therapie das Tumorboard beschlossen hat, und können den Fall erneut in die Konferenz bringen, wenn Änderungen nötig werden.“


„Die Dokumentationen stehen den behandelnden Ärzten zur Verfügung.“

(Bachram Feiz, Tumordokumentar am WTZ)

 

Die Dokumentation spielt auch eine große Rolle für die Qualitätssicherung: Auf dieser Grundlage werden für alle Tumorboards regelmäßig Auswertungen zu wichtigen Qualitäts- und Ergebniskennzahlen erstellt. 

Tumorboards sind ebenfalls von großer Bedeutung für Patienten, die nach einer Operation im Universitätsklinikum von einem externen Krankenhaus oder einer Arztpraxis weiterbehandelt werden. Das WTZ tauscht sich in diesen Fällen intensiv mit den zuständigen kommunalen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten aus. Die auswärtigen Mediziner können an Tumorboards teilnehmen, um ihre Fälle dort durchzusprechen und von der interdisziplinären Expertise zu profitieren. So stellt das WTZ sicher, dass Patienten auch in der Peripherie stets optimal versorgt werden.