
Forschung
Abteilung für Sport – und Bewegungstherapie bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (CAYA)
Das Forschungsprojekt ANIMAL untersucht, welchen Einfluss gezielte körperliche Aktivität auf die Immunrekonstitution von Kindern und Jugendlichen mit einer onkologischen Diagnose bei einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (allo-SZT) hat. Nach einer allo-SZT ist das Immunsystem der jungen Patient:innen stark geschwächt und benötigt mehrere Monate, um sich zu erholen.
Ziel des Projekts ist es, durch ein individuell angepasstes Bewegungsprogramm die Wiederherstellung der Immunfunktionen (NK-Zellen & ILCs) an Tag +30 nach SZT gezielt zu fördern und gleichzeitig die körperliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu verbessern. Hierfür wurden 22 Patient:innen in randomisiert in eine von zwei Gruppen eingeteilt und erhielten niedrig-intensives oder moderat-intensives Training direkt nach Aufnahme auf die Transplantationsstation bis zur Entlassung. Die supervidierte und individuell angepassten Trainingseinheiten fanden 3-5x/ Woche statt. Für die moderat-intensive Gruppe wurde das Training auch nach Entlassung bis Tag +100 nach allo-HSCT fortgeführt.
Das ANIMAL-Projekt wurde in der Kinderonkologie des Universitätsklinikums Essen durchgeführt und zählt zu den ersten Studien, die den Einfluss unterschiedlicher Trainingsintensitäten auf immunologische, sportwissenschaftliche, psychologische und klinische Parameter während der Transplantationsphase untersuchen.
Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, Bewegungstherapie als festen Bestandteil der Versorgung von Kindern und Jugendlichen nach Stammzelltransplantation zu etablieren und evidenzbasierte Empfehlungen für den klinischen Alltag zu entwickeln.
Publikationen:
- Beller R, Bennstein SB, Reinhardt D, Gauß G, Chamorra Vina C, Hanenberg H, Uhrberg M, Götte M. Effects of a Low Versus Moderate-High Intense Exercise Program on Innate Immune Recovery, Fitness, and Quality of Life During Pediatric Allo-HSCT-The ANIMAL Exploratory Randomized Controlled Trial. Pediatr Blood Cancer. 2025 Aug;72(8):e31826. doi: 10.1002/pbc.31826. Epub 2025 Jun 2. PMID: 40457554.
- Beller R, Gauß G, Basu O, Schönberger S, Höfs M, Reinhardt D, Götte M. Severely reduced physical performance is already present at the time of admission for stem cell transplantation. BMJ Open Sport Exerc Med. 2024 Jun 13;10(2):e001907. doi: 10.1136/bmjsem-2024-001907. PMID: 38882207; PMCID: PMC11177700.
Projektleitung
PD Dr. rer. medic.
Miriam Götte
Leitung WTZ Sport- und Bewegungstherapie
Projektmitarbeiterin
M. Sc.
Ronja Beller
Klinik für Kinderheilkunde 3
Kooperationspartner
Abteilung für Knochenmarktransplantation (Dr. Basu, Dr. Schönberger, Dr. Höfs), Sabrina Bennstein (Uniklinik RWTH Aachen), Prof. Helmut Hanenberg
Die BEPPO-Intervention ist ein supportiver Therapieansatz für Kinder und Jugendliche während der onkologischen Akuttherapie und besteht aus einer 6-monatigen angeleiteten, individualisierten Sport- und Bewegungstherapie. Diese neue Versorgungsform ergänzt die Physiotherapie durch einen präventiven Ansatz und komplettiert den in der Kinderonkologie vorherrschenden interprofessionellen Therapieansatz durch evidenzbasierte Bewegungsinterventionen. Im BEPPO Projekt werden zwei Gruppen („BEPPO-Intervention“ (IG): sektorenübergreifende Sport- und Bewegungstherapie inkl. telemedizinischer Intervention für Phasen am Wohnort und Standortspezifische Usual Care-Angebote“ (KG): Sport- und Bewegungstherapie nach standortspezifischem etabliertem Standard) randomisiert miteinander verglichen.
Projektleitung
PD Dr. rer. medic.
Miriam Götte
Leitung WTZ Sport- und Bewegungstherapie
Projektkoordination
M. Sc.
Annika Tomanek
Westdeutsches Tumorzentrum Essen
Das internationale Forschungsprojekt FORTEe untersucht, wie zielgerichtete Bewegungstherapie Kinder und Jugendliche während und nach einer Krebserkrankung stärken kann. Ziel ist es, die körperliche und psychische Belastbarkeit zu verbessern und die Nebenwirkungen intensiver Krebstherapien zu reduzieren.
Unter der Förderung der Europäischen Union (Horizon 2020) arbeiten Forschungseinrichtungen und Kliniken aus mehreren europäischen Ländern zusammen, um evidenzbasierte Trainingskonzepte zu entwickeln und deren Wirksamkeit zu prüfen. Durch innovative Methoden – darunter digitale Trainingsbegleitung, individualisierte Programme und modernste Messverfahren – soll Bewegungstherapie als integraler Bestandteil der pädiatrischen Onkologie etabliert werden.
Die Gesamtprojektleitung der FORTEe Studie liegt an der Universitätsmedizin Mainz. Am Universitätsklinikum Essen liegt der Schwerpunkt auf der klinischen Umsetzung der Bewegungstherapie für Kinder und Jugendliche mit Krebs. Dabei werden Trainingsinterventionen während der Behandlung erprobt und ihre Effekte auf Fitness, Lebensqualität und biologische Marker untersucht. Des weiteren ist das bei uns geleitete Netzwerk ActiveOncoKids (www.activeoncokids.org) an der Dissemination der Forschungsergebnisse beteiligt.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter: www.fortee-project.eu
Publikation:
Neu MA, Dreismickenbecker E, Lanfranconi F, Stössel S, Balduzzi A, Wright P, Windsor S, Wiskemann J, El-Rajab I, Lucia A, Fiuza-Luces C, Mongondry R, Fridh MK, Spreafico F, Konda B, Kitanovski L, Heißerer B, Polak M, Baader T, Bloch W, Götte M; Network ActiveOncoKids; Rizvi K; Youth Cancer Europe; Ruckes C, Paul NW, Faber J; FORTEe Consortium. Get strong to fight childhood cancer – an exercise intervention for children and adolescents undergoing anti-cancer treatment (FORTEe): Rationale and design of a randomized controlled exercise trial. BMC Cancer. 2025 Aug 7;25(1):1275. doi: 10.1186/s12885-025-14489-y. PMID: 40775303; PMCID: PMC12330123.
Projektleitung in Essen
PD Dr. rer. medic.
Miriam Götte
Leitung WTZ Sport- und Bewegungstherapie
Projektmitarbeiterin
M. Sc.
Ronja Beller
Klinik für Kinderheilkunde 3
Das deutschlandweite Modellprojekt IMPLEMENT hat das Ziel, Krebspatient:innen den Zugang zu qualitätsgesicherter Sport- und Bewegungstherapie zu erleichtern und diese langfristig, sektorenübergreifend und flächendeckend in die Regelversorgung zu integrieren. Gefördert von der Deutschen Krebshilfe arbeiten hierfür acht Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen zusammen, um bestehende Versorgungslücken zu schließen und wohnortnahe Bewegungsangebote für Betroffene verfügbar zu machen.
Am Universitätsklinikum Essen leiten wir dabei das Teilprojekt Pädiatrie und AYA (Adolescents and Young Adults), das die besonderen Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Krebs sowie ihrer Familien in den Mittelpunkt stellt.
Ein zentraler Bestandteil des Projektes ist die Qualifizierung von Fachpersonal: Therapeut:innen und Berufsgruppen der onkologischen Versorgung können an praxisnahen Fort- und Weiterbildungen im Bereich der onkologischen Sport- und Bewegungstherapie teilnehmen.
Für Patient:innen steht zudem eine digitale Informationsplattform bereit. Diese bietet wissenschaftlich fundierte Informationen zu Bewegung bei Krebs, eine Postleitzahl-Suche für wohnortnahe, qualitätsgesicherte Angebote sowie die Möglichkeit, einen Termin für eine individuelle Sportberatung zu vereinbaren.
Weitere Informationen zum Projekt sowie zu unseren Angeboten für Patient:innen, Therapeut:innen und medizinisches Fachpersonal finden Sie unter: www.bewegung-bei-krebs.org
Literatur:
Brandes, M., Berling-Ernst, A., Baurecht, H., Jensen, W., Götte, M., … IMPLEMENT consortium (2025). Advancing the implementation of quality-assured oncological exercise therapy in Germany: protocol for the IMPLEMENT project. BMC cancer, 25(1), 710. https://doi.org/10.1186/s12885-025-14064-5
Projektleitung
Dr. rer. phil
Theresa Heering
Westdeutsches Tumorzentrum Essen
PD Dr. rer. medic.
Miriam Götte
Leitung WTZ Sport- und Bewegungstherapie
Projektkoordination
M. Sc.
Ronja Beller
Klinik für Kinderheilkunde 3
Das Projekt INSPIRE ist ein hybrides Unterstützungsprogramm für junge Erwachsene im Alter von 18 bis 39 Jahren in der Krebsnachsorge oder chronischem Erkrankungszustand. Es richtet sich an Betroffene, die unter Fatigue oder psychischem Distress leiden, und begleitet sie dabei, körperliche und psychische Folgen der Therapie zu bewältigen. Ein zentraler Bestandteil von INSPIRE ist eine webbasierte App, die zwölf Haupt- und vier Zusatzmodule enthält. Diese beinhalten praxisnahe Übungen zu Achtsamkeit und Stressbewältigung sowie Bewegungsimpulse zur körperlichen zur körperlichen Stärkung. Zusätzlich zu den digitalen Inhalten werden wöchentliche Online-Gruppensitzungen angeboten, in denen Betroffene gemeinsam Sport treiben oder psychoonkologische Unterstützung erhalten, um den Austausch unter Betroffenen zu fördern. INSPIRE wird von der Deutschen Krebshilfe für drei Jahre mit rund 433.369 € gefördert und ist eine Kooperation zwischen dem WTZ Essen, der LVR-Universitätsklinik Essen und dem WTZ Münster.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.inspire.psm-essen.de
Projektleitung in Essen
PD Dr. rer. medic.
Miriam Götte
Leitung WTZ Sport- und Bewegungstherapie
Univ.-Prof. Dr. med
Uta Dirksen
Vizedirektorin WTZ Essen,
Stv. Direktorin der Kinderklinik III
Univ.-Prof. Dr. med.
Eva-Maria Skoda
Bereichsleitung Psychoonkologie und Somatopsyche, stellv. Klinikdirektorin Klinik Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (LVR-Universitätsklinik Essen)
Projektmitarbeiter
M. Sc.
Ronja Beller
Klinik für Kinderheilkunde 3
Sophia Karunakaran
Koordinationspartner
WTZ Patientenbeirat
Das Netzwerk Active Onco Kids (NAOK) mit seiner Zentrale an der Universitätsklinik Essen fördert, koordiniert und unterstützt bundesweit wissenschaftlich fundierte Bewegungs- und Sportangebote für Kinder und Jugendliche mit und nach einer Krebserkrankung.
Das NAOK berät betroffene Familien konzeptgeleitet und kostenfrei (Publikation), unterstützt Kliniken beim Aufbau und bei der Weiterentwicklung von Bewegungsprogrammen, schult neue Fachkräfte (Information zur Schulung) und zertifiziert NAOK-Standorte (Zertifizierung) in den mit der GPOH kooperierenden Kliniken. Zudem werden klinikübergreifende Nachsorgezentren aufgebaut (Übersicht der Zentren).
Darüber hinaus erhält jede neu diagnostizierte Familie eine vom NAOK erstellte Trainingsbroschüre, die in deutscher, englischer und ukrainischer Sprache verfügbar ist (Trainingsbroschüre).
Die Qualität und Sicherheit aller Angebote werden durch die Arbeit von acht themenspezifischen Arbeitsgruppen (Mitgliederübersicht) sowie durch die multizentrische Adverse-Events-Studie (Studienregister) kontinuierlich weiterentwickelt. Neben dem fachlichen Austausch steht insbesondere die Förderung wissenschaftlicher Forschung im Mittelpunkt (Publikationen).
Homepage: https://www.activeoncokids.org/
LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/netzwerkactiveoncokids
Instagram: https://www.instagram.com/netzwerkactiveoncokids/
YouTube: https://www.youtube.com/channel/UCpFNcD7e_CIgPciLl1Nbi-w/playlists
Projektleitung
PD Dr. rer. medic.
Miriam Götte
Leitung WTZ Sport- und Bewegungstherapie
Projektkoordination
Keine Mitarbeiter in dieser Kategorie, Kategorienkombination oder AuswahlPrähabilitation bei Ewing- und Ostersarkomen
PD Dr. rer. medic.
Suzan Botzenhardt
Westdeutsches Tumorzentrum Essen
Meike Rahßkopff
Die Fragestellung dieser Studie befasst sich mit einer retrospektive Datenauswertung von Patient:innen mit Ewing- oder Osteosarkomen, die zwischen 2017 und 2025 am Universitätsklinikum Essen behandelt wurden.. Untersucht wird, ob supervidierte Sporttherapieeinheiten während der neoadjuvanten Chemotherapie einen messbaren Einfluss auf den Behandlungserfolg haben. Der primäre Endpunkt ist die Anzahl vitaler Tumorzellen im Operationspräparat nach Abschluss der Chemotherapie. Sekundäre Fragestellungen betreffen Veränderungen des Tumorvolumens sowie den Einfluss von Alter, Körpergewicht und Krankheitsstadium auf das Therapieergebnis und die Teilnahme an Sporteinheiten. Grundlage bilden dokumentierte Routinedaten aus Sporttherapie, Klinikdokumentation und medizinischen Informationssystemen. Für die Hauptanalyse stehen etwa 100–150 vollständige Datensätze zur Verfügung. Die Auswertung erfolgt mit standardisierten statistischen Verfahren und berücksichtigt mögliche Einflussfaktoren wie Staging oder Therapieprotokolle. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Sporttherapie und Tumoransprechen aufzudecken und so die Relevanz bewegungstherapeutischer Angebote in der onkologischen Versorgung zu prüfen.
Projektleitung
PD Dr. rer. medic.
Miriam Götte
Leitung WTZ Sport- und Bewegungstherapie
Die POWER Studie ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Kinderonkologie am Helios Klinikum Krefeld und uns. In der Studie überprüfen wir die Wirksamkeit eines teil-supervidierten 12-wöchigen Bewegungstherapieprogramms auf die kardiorespiratorische Fitness (VO2 peak) bei pädiatrisch onkologischen Patient*innen. Sekundäre Ergebnisse sind Muskelkraft, funktionelle Mobilität, Koordination, kognitive Funktion, entzündliche und kardiale Parameter, körperliche Aktivitätslevel, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Fatigue.
Insgesamt werden 56 Patient*innen (≥ 7 und < 23 Jahre) 6 Wochen nach Abschluss der akuten Krebsbehandlung eingeschlossen. Nach den Baseline-Erhebungen (T0) werden die Patienten zufällig (1:1) in eine Interventionsgruppe (IG) oder eine Kontrollgruppe (KG) eingeteilt. Beide Gruppen erhalten ein Informationsblatt mit empfohlenen Übungen und eine Aktivitäts-Tracker. Die IG erhält zusätzlich ein multimodales, überwachtes 12-wöchiges Übungsprogramm (2x/Woche), Empfehlungen für tägliche körperliche Aktivitäten und wöchentliche Bewegungsziele.
Aktueller Stand: 25 Teilnehmer (45%) mit Krebsdiagnose (60% männlich, 12,5 ± 3,6 Jahre, 40% Leukämie, 24% Hodgkin-Lymphom und andere) wurden bisher eingeschlossen. Die Ergebnisse der Studie werden dazu beitragen, potenziellen Vorteile einer frühen Rehabilitationsmaßname zu identifizieren, die zu einer Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands der Kinder und Jugendlichen beitragen und die Teilhabe am Alltag verbessern.
Projektleitung
PD Dr. rer. medic.
Miriam Götte
Leitung WTZ Sport- und Bewegungstherapie
Projektmitarbeiterin
Sandra Goertz
Kooperationspartnerin
Dr. Corina Rueegg (Universität Oslo)
Das Forschungsprojekt „Meanings, Barriers, and Facilitators of Physical Activity Among Adolescents and Young Adults With Sarcoma“ untersucht die Bedeutung körperlicher Aktivität aus Sicht von Jugendlichen und jungen Erwachsenen (Adolescents and Young Adults, AYA) mit einer Sarkomdiagnose.
Ziel ist es, besser zu verstehen, welche Rolle Bewegung während der onkologischen Behandlung spielt und welche Barrieren, fördernden Faktoren und Unterstützungsbedarfe aus Patient:innenperspektive bestehen. Im Rahmen der Studie wurden auf der blauen Station des WTZ2 leitfadengestützte Interviews mit 25 Jugendlichen und jungen Erwachsenen (15–34 Jahre) in onkologischer Behandlung durchgeführt und mithilfe einer reflexiven thematischen Analyse ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass Bewegung für die Betroffenen unter anderem als Ausdruck von Identität, als psychische Ressource und als Möglichkeit zur Förderung von Selbstwirksamkeit bedeutsam ist. Bewegung kann in dieser Lebensphase zur Aufrechterhaltung von Normalität, sozialer Teilhabe und psychischem Wohlbefinden beitragen.
Die gewonnenen Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung, individuelle Bewegungsbedeutungen frühzeitig zu berücksichtigen, um bedarfsgerechte und patient:innenorientierte bewegungstherapeutische Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene mit Sarkom zu entwickeln.
Publikation: Aktuell in Bearbeitung.
Projektleitung in Essen
PD Dr. rer. medic.
Miriam Götte
Leitung WTZ Sport- und Bewegungstherapie
Projektmitarbeiterin
M.Sc.
Rebecca Zimmer
Klinik für Kinderheilkunde 3
Doktorandin
Sabina Guliyeva
Abteilung für Sport- und Bewegungstherapie bei Erwachsenen
Die Auswirkung von bewegungstherapeutischen Interventionen auf kardio-pulmonale Parameter und der Lebensqualität bei Patient:innen mit Nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom
Das Lungenkarzinom ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland, wobei viele Patient:innen bereits in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert werden und unter Symptomen wie Kraftlosigkeit und Fatigue leiden. Aktuell fehlt es jedoch an Evidenz zur Bewegungstherapie bei diesen Patient:innen. Unsere Studie zielt darauf ab, ein individuelles Bewegungsprogramm zu entwickeln, das die Lebensqualität sowie die kardio-pulmonale Leistungsfähigkeit trotz palliativer Systemtherapie verbessert. Bei BREATH handelt es sich um eine 3-armige randomisierte kontrollierte Studie mit 104 Patient:innen, untersucht werden die Auswirkungen von Bewegungstherapie auf VO2 peak, Lebensqualität, Fatigue und körperliche Leistungsfähigkeit. Die klinische Implikationen umfassen die Verbesserung der Lebensqualität, die Evaluierung der Machbarkeit der Interventionen und die Analyse ihres Einflusses auf kardiologische Erkrankungen. Ziel ist es, eine weitere Evidenz zu schaffen über den positiven Einfluss einer Bewegungstherapie bei fortgeschrittenen Lungenkarzinomen.
Projektleitung
Prof. Dr.
Mitra Tewes
Direktorin
Palliativmedizin der UME
Projektkoordination
Dr. rer. medic
Nico De Lazzari
Palliativmedizin
Zahlreiche Studien belegen, dass eine strukturierte onkologische Trainingstherapie sowohl während als auch nach der medizinischen Behandlung signifikante gesundheitsfördernde Effekte für Krebspatient:innen und -überlebende hat. Dazu zählen insbesondere die Reduktion therapieassoziierter Beschwerden wie Fatigue, Schmerzen, Angstzuständen und depressiven Symptomen. Erste Evidenzen deuten zudem darauf hin, dass gezielte körperliche Aktivität nicht nur die Verträglichkeit onkologischer Therapien verbessern, sondern auch das Gesamtüberleben positiv beeinflussen kann. Regelmäßiges Training trägt darüber hinaus zur Steigerung der kardiorespiratorischen Fitness, der muskulären Leistungsfähigkeit und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität bei. Am Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ) in Essen wurde die Onkologische Trainings- und Bewegungstherapie (OTT) als Teil eines interdisziplinären Versorgungskonzepts etabliert, mit dem Ziel, physische und psychische Ressourcen systematisch zu stärken und belastungsbedingte Nebenwirkungen zu reduzieren. Ziel der prospektiven Untersuchung ist es, die Wirksamkeit der OTT auf psychische und physische Gesundheitsparameter sowie auf klinisch relevante Endpunkte evidenzbasiert zu evaluieren. Darüber hinaus sollen Prädiktoren für den individuellen Therapieerfolg identifiziert werden, um patient:innenzentrierte Interventionsstrategien gezielt weiterzuentwickeln. Die teilnehmenden Patient:innen durchlaufen vor und nach der rund 24-wöchigen Intervention ein standardisiertes Assessment, das unter anderem psychologische Fragebögen (HADS, EORTC QLQ-C30, FACT-Cog), körperliche Leistungstests sowie anthropometrische Messungen umfasst. Zusätzlich werden minimalinvasiv Blutproben entnommen, um mittels PCR-Verfahren die Konzentration frei zirkulierender DNA vor und nach der Therapie zu bestimmen. Die Trainingsinhalte bestehen aus individuell angepassten Einheiten mit Komponenten aus Kraft-, Ausdauer-, Koordinations- und Beweglichkeitstraining. Die Datenauswertung erfolgt sowohl deskriptiv als auch inferenzstatistisch unter Einsatz von t-Tests, ANOVA und Regressionsanalysen. Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse zur Wirksamkeit und praktischen Umsetzung individualisierter, supervidierter Bewegungstherapie in der onkologischen Versorgung und bietet durch Subgruppenanalysen Hinweise darauf, welche Patient:innen besonders profitieren und welche Trainingsformen besonders wirksam sind.
Projektleitung
PD Dr. rer. medic.
Miriam Götte
Leitung WTZ Sport- und Bewegungstherapie
Projektkoordination
PD Dr. rer. medic.
Suzan Botzenhardt
Westdeutsches Tumorzentrum Essen
Das Forschungsprojekt „Reducing Symptom Burden Through Physical Exercise in Melanoma Patients Under Immunotherapy or Targeted Therapy: the RESPECT Trial“ untersucht die Auswirkungen eines 12-wöchigen Bewegungsprogrammes auf die Ausprägung von Fatigue bei erwachsenen Patient:innen mit Melanomen im Stadium IIb-IV, die sich einer adjuvanten Immuntherapie oder gezielten Therapie unterziehen. Darüber hinaus werden wir untersuchen, ob ein betreutes Bewegungsprogramm die Lebensqualität, die kognitiven Fähigkeiten und die körperliche Fitness der Patienten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe ohne strukturierte Bewegung, sowie Interleukine und Metabolite, beeinflusst.
Die Patienten werden im Verhältnis 1:1 einem 12-wöchigen betreuten Hybrid-Trainingsprogramm oder der Standardversorgung zugewiesen. Die Intervention umfasst Online-Gruppensitzungen (2/Woche), persönliche Besuche (3x während des Interventionszeitraums) und App-gestütztes Heimtraining (1/Woche); jede 60-minütige Sitzung kombiniert Aerobic-, Kraft- und Koordinationsübungen mit kognitiven Elementen. Das patientenzentrierte, digital unterstützte Design berücksichtigt unterschiedliche Gesundheitszustände, Toxizitäten, digitale Kompetenz und Entfernungen zum Klinikum. Individuelle Trainingsgestaltung, app-gestützte Heimtrainings und enger Kontakt zum Team zielen darauf ab, die Trainings-Adhärenz und die Sicherheit zu optimieren.
Publikation: N/A
Projektleitung
PD Dr. rer. medic.
Miriam Götte
Leitung WTZ Sport- und Bewegungstherapie
Projektkoordination
M.Sc.
Simon Basteck
Westdeutsches Tumorzentrum Essen und Klinik für Kinderheilkunde 3
Kooperationspartner
Hauttumorzentrum Essen, Melanom Info Deutschland e.V., Prof. Dr. Mitra Tewes
Die RESTART-Studie ist eine prospektive, randomisiert-kontrollierte Untersuchung zur Wirksamkeit eines multimodalen Bewegungsprogramms nach hämatopoetischer Stammzelltransplantation (HSCT). Ziel ist die Analyse physiologischer, immunologischer und kognitiver Effekte einer strukturierten Bewegungstherapie, die Ausdauer-, Kraft-, Koordinations- und kognitive Elemente kombiniert. Die Studie rekrutiert erwachsene Patient:innen am Universitätsklinikum Essen bereits vor der Transplantation und erhebt Ausgangswerte zur körperlichen und neurokognitiven Leistungsfähigkeit. Nach der stationären Phase werden die Teilnehmenden randomisiert: Die Interventionsgruppe absolviert ein 12-wöchiges, individuell angepasstes Trainingsprogramm mit drei Einheiten pro Woche, während die Kontrollgruppe die übliche Nachsorge erhält. Neben kognitiven Funktionen als primärem Endpunkt werden auch körperliche Leistungsfähigkeit, Immun- und Inflammationsmarker, Lebensqualität sowie psychosoziale und berufliche Reintegration erfasst. Langfristige Effekte werden in Nachbefragungen nach sechs und zwölf Monaten überprüft. Das Studiendesign adressiert eine zentrale Forschungslücke, da neurokognitive Einschränkungen nach HSCT bisher kaum systematisch mit Bewegungsprogrammen untersucht wurden. Mit einem integrativen Ansatz soll RESTART damit neue Evidenz für eine verbesserte Nachsorge und Rehabilitation dieser besonders vulnerablen Patientengruppe schaffen.
Projektleitung
PD Dr. rer. medic.
Miriam Götte
Leitung WTZ Sport- und Bewegungstherapie
Projektkoordination
M.Sc.
Simon Basteck
Westdeutsches Tumorzentrum Essen und Klinik für Kinderheilkunde 3
Die vorliegenden Studie wurde vor dem Hintergrund durchgeführt, dass viele Krebspatient:innen infolge von Erkrankung und Therapie deutliche Einschränkungen ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit und Lebensqualität erleben. Bewegung gilt heute als wirksame supportive Maßnahme, die sowohl körperliche Beschwerden wie Fatigue lindern als auch psychisches Wohlbefinden fördern kann. Damit sporttherapeutische Angebote jedoch nachhaltig wirken, müssen sie an die individuellen Bedürfnisse, Erwartungen und Lebensumstände der Patient:innen angepasst sein. Bisher liegen hierzu nur begrenzte Erkenntnisse vor, insbesondere in Bezug auf unterschiedliche Tumorarten, Altersgruppen und Therapieformen.
Die Untersuchung zielte daher darauf ab, systematisch zu erfassen, wie sich das Bewegungsverhalten nach einer Krebsdiagnose verändert und welche Wünsche und Präferenzen Betroffene im Hinblick auf Art, Umfang und Rahmenbedingungen von Bewegungstherapie haben. Durch die Analyse dieser Faktoren soll ein Beitrag zur Entwicklung patientenzentrierter, niedrigschwelliger und wirksamer Bewegungsangebote geleistet werden, die langfristig besser in die onkologische Regelversorgung integriert werden können.
Projektleitung
PD Dr. rer. medic.
Miriam Götte
Leitung WTZ Sport- und Bewegungstherapie
Bewegung und körperliche Aktivität haben viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Auch gibt es viele Hinweise, dass moderater Sport einen positiven Einfluss auf das Immunsystem hat. Die Studie untersucht die unmittelbaren Effekte einer einmaligen Bewegungsintervention auf das Immunsystem bei Patient:innen mit einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung wie auch bei AYA Patient:innen (zwischen 15 und 39 Jahren) mit kurativem Therapieansatz. Bei der Bewegungsintervention handelt es sich um ein Intervalltraining auf einem stationären Fahrradergometer. Es erfolgen Blutabnahmen vor, direkt nach und 60min nach der Belastung. Es werden darüber hinaus Fragestellungen zu den Themen Aktivitätsverhalten, Ernährungsgewohnheiten, Fatigue und Lebensqualität beantwortet.
Publikation: Deppe I, Beller R, Kiehl F, De Lazzari N, Bennstein SB, Reinhardt D, Dirksen U, Götte M. The impact of a single HIIT intervention on the mobilization of NK cells and ILCs in adolescents and young adults (AYA) undergoing cancer treatment: an interventional controlled trial. BMC Cancer 2025;25(1):689; doi: 10.1186/s12885-025-14058-3.
Projektleitung
PD Dr. rer. medic.
Miriam Götte
Leitung WTZ Sport- und Bewegungstherapie
Prof. Dr.
Mitra Tewes
Direktorin
Palliativmedizin der UME
Doktorand*innen
Fabian Kiehl
Kooperationspartner
Kinderonkologie Essen (Prof. Dr. Uta Dirksen), Palliativmedizin Essen (Prof. Dr. Mitra Tewes & Nico De Lazzari)
Abgeschlossene Studien
Das internationale Forschungsprojekt PACCS (Physical Activity in Childhood Cancer Survivors) mit Studienleitung in Norwegen, hat untersucht wie sich der Krebs und die Behandlung auf verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit der körperlichen Aktivität bei Kindern auswirken. Teilgenommen haben Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 15 Jahren mit mindestens einem Jahr Abstand zum Therapieende. In Essen wurden insgesamt 150 Kinder und Jugendliche in die Arbeitspakete „Erfassung körperlicher Aktivität“ und „Pilotierung einer Intervention zur Aktivitätssteigerung“ eingeschlossen (www.paccs.no)
Publikationen:
Bratteteig M, Rueegg CS, Lie HC, Thorsen L, Larsen EH, Larsen mH, Torsvik IK, Götte M, Järvelä LS, Kriemler S, Larsen HB, Anderssen SA, Ruud E, Grydeland M. Physical activity behaviors and screen time in young childhood cancer survivors: the Physical Activity in Childhood Cancer Survivors Study. J Cancer Surv 2024; doi: 10.1007/s11764-024-01671-7 (online ahead of print)
Grydeland, M; Bratteteig, M; Rueeg, CS, Lie, HC; Thorsen, L; Larsen, EH; Brügmann-Pieper, S; Torsvik, IK; Götte, M; Lähteenmäki, PM; Kriemler, S; Fridh, MK; Anderssen, SA; Ruud, E. Physical activity among Adolescent Cancer Survivors: The PACCS Study. AAP Pediatrics 2023; 152(3):e2023061778
Götte M, Basteck S, Beller R, Gauß G, Schmidt S, Burchartz A, Kolb S, Grydeland M, Reinhardt D. Physical activity in 9–15-year-old pediatric cancer survivors compared to a nationwide sample. Journal of Cancer Research and Clinical Oncology 2022 (online ahead of print), doi: 10.1007/s00432-022-04392-5
Lie HC, Anderssen SA, Rueegg CS, Råstad T, Grydeland M, Thorsen L, Stensrud T, Edvardsen E, Larsen MH, Torsvik IK, Bovim LP, Götte M, Lähteenmäki PM, Kriemler S, Bækgaard-Larsen H, Fridh MK, Ørstadvik K, Brun H, Matthews NIL, Hornset EK & Ruud E. The Physical Activity and fitness in Childhood Cancer Survivors (PACCS) study: Protocol for an international mixed methods study. JMIR Research Protocols 2022;11(3):e35838, doi: 10.2196/35838
Dieses Versorgungsprojekt hat untersucht, ob Bewegungstherapie als Hausbesuche im palliativen Setting für Kinder und Jugendliche mit Krebs sinnvoll und unterstützend eingesetzt werden kann.
Das Projekt beleuchtet, wie individuell angepasste körperliche Aktivität zur Erhaltung von Lebensqualität, Selbstbestimmung und psychosozialem Wohlbefinden beitragen kann – auch in dieser sensiblen Phase der Erkrankung. Im Rahmen einer Fallserien-Studie wurden Kinder und Jugendliche in palliativmedizinischer Betreuung in ein maßgeschneidertes Bewegungsprogramm eingebunden. Die Ergebnisse zeigen, dass Bewegungstherapie unter enger interdisziplinärer Begleitung durchführbar, sicher und unterstützend ist – sowohl körperlich als auch emotional.
Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag dazu, Bewegung als Teil ganzheitlicher palliativer Versorgung zu verstehen und die Möglichkeiten individueller Förderung bis zuletzt zu erweitern.
Publikation: Beller, R., Gauß, G., Reinhardt, D., & Götte, M. (2023). Is an Exercise Program for Pediatric Cancer Patients in Palliative Care Feasible and Supportive? – A Case Series. Children (Basel), 10(2), 318. https://doi.org/10.3390/children10020318
Patient:innen mit metastasierten Pankreaskarzinomen leiden häufig unter multiplen Symptomen, die ihre Bewegungsaktivität einschränken und zu einem Gewichtsverlust führen können. Studien zeigen, dass Bewegungstherapie die Lebensqualität verbessern und belastende Symptome wie Fatigue lindern kann. Ziel der P-Move Studie ist die Entwicklung eines machbaren Bewegungsprogramms zur Prävention & und Behandlung einer Tumorkachexie bei diesen Patient:innen. Im Rahmen der Studie werden klinische Parameter im Verlauf einer 8-wöchigen individualisierten Bewegungstherapie analysiert. In einer randomisierten kontrollierten Studie vergleichen wir die Effekte der Bewegungstherapie mit einer Kontrollgruppe, die eine einmalige Sportberatung erhält. Die Ergebnisse sollen Hinweise auf eine Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Lebensqualität sowie Symptomlast liefern und zur Erweiterung der therapeutischen Möglichkeiten für Patient:innen mit Pankreaskarzinomen beitragen.
Publikation: De Lazzari, N., Götte, M., Kasper, S. et al. P-move: a randomized control trial of exercise in patients with advanced pancreatic or biliary tract cancer (aPBC) receiving beyond first-line chemotherapy. Support Care Cancer 32, 437 (2024). https://doi.org/10.1007/s00520-024-08650-9
Projektleitung
Prof. Dr.
Mitra Tewes
Direktorin
Palliativmedizin der UME
Projektkoordination
Dr. rer. medic
Nico De Lazzari
Palliativmedizin
Kooperation
PD Dr. rer. medic
Miriam Götte
Vize-Direktorin WTZ Essen,
Leitung Sport- und Bewegungstherapie am WTZ Essen
Die Studie „YOUng EXercisers“ (YOUEX) hat die Bewegungspräferenzen von jungen Erwachsenen mit Krebs untersucht. YOUEX war eine dreiarmige, longitudinale Bewegungsintervention, die drei verschiedene Bewegungsmodule anbot (Modul 1: Online-supervidiertes Gruppensportprogramm (M1); Modul 2: Online Einzeltrainingsprogramm (M2); Modul 3: Präsenz-supervidiertes Bewegungstherapie (M3)). Die Interventionsdauer betrug 12 Wochen mit einer weiteren 12-Wochen-Follow-up-Periode. Die Module konnten nach 6 und 12 Wochen geändert oder ergänzt werden.
N=92 YAs haben an der Studie teilgenommen. Am Anfang wählten 50 Personen (54%) M2, 32 Personen (35%) M1 und 10 Personen (11%) M3. Die Analyse zeigte eine hohe Akzeptanz und Durchführbarkeit der Online-Bewegungsprogramme (M1, M2). Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Durchführung von M3 waren jedoch hoch. Die Studie hat gezeigt, dass junge Erwachsene mit Krebs personalisierte Bewegungsprogramme benötigen, die ihre individuellen Interessen und Bedürfnisse berücksichtigen. Online-Bewegungsprogramme können eine vielversprechende Ergänzung bestehender Bewegungsmöglichkeiten sein und eine effektive Möglichkeit darstellen, die körperliche Aktivität von jungen Krebspatient*innen zu erhöhen.
Publikation: Voland A, Krell V, Götte M, Niels T, Köppel M, Wiskemann J. Exercise preferences in young adults with cancer – The YOUEX study. Current Oncology 2023, 30(2):1473-1487
Studienkoordination in Essen: PD Dr. Miriam Götte
Gesamtstudienleitung: NCT Heidelberg (Prof. Dr. Joachim Wiskemann)
Das Forschungsprojekt „Effects of an Exercise Intervention on Gait Function in Young Survivors of Osteosarcoma with Megaendoprosthesis of the Lower Extremity – A Pilot Randomized Controlled Trial proGAIT“ untersucht die Auswirkungen eines funktionellen Trainingsprogrammes auf das Gangbild, die Lebensqualität, funktionelle Mobilität und Fatigue bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen (Adolescents and Young Adults, AYA) mit einer Sarkomdiagnose (Osteo- oder Ewingsarkom) der unteren Extremitäten.
Das Ziel der proGait-Studie ist es, die Auswirkungen eines 8-wöchigen personalisierten, teilweise betreuten Trainingsprogramms für die Muskeln der unteren Extremitäten auf die Gangkinematik von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu untersuchen, die sich in Nachsorge nach einer Krebsbehandlung und mindestens 12 Monate nach der Implantation einer Endoprothese befinden.
Im Rahmen der Studie wurden 11 AYA-Überlebende eines malignen Osteosarkoms mit einer Tumorendoprothese im Bereich des Knies (Durchschnittsalter: 26,6 (±8,4) Jahre) in eine Interventionsgruppe randomisiert, die ein 8-wöchiges Trainingsprogramm erhielt, oder einer Kontrollgruppe zugewiesen, welche kein Trainingsprogramm erhalten hat. Die Gangfunktion wurde mittels markerbasierter 3D-Bewegungserfassung bewertet und anhand des Gait Profile Score (GPS) und des Gait Deviation Index (GDI) analysiert. Die GDI- und GPS-Werte der Teilnehmer deuten auf Abweichungen von einer gesunden Referenzgruppe hin.
Die Trainingsintervention hatte kleine bis mittlere positive Auswirkungen auf den Gangscore GDI |d| = 0,50 (nicht betroffenes Bein), |d| = 0,24 (betroffenes Bein), die subjektiven Funktionswerte TESS |d| = 0,74 und MSTS |d| = 0,49 sowie die Funktionstests TUG und TUDS |d| = 0,61 und |d| = 0,52.
Die Ergebnisse dieser Pilotstudie deuten darauf hin, dass regelmäßige Bewegung die Funktion der unteren Extremitäten und die Nachsorge für Überlebende verbessern könnte; jedoch müssen die Pilotbefunde durch eine aussagekräftige RCT als Folgeprojekt bestätigt werden.
Publikation:
Basteck, S., Guder, W. K., Dirksen, U., Krombholz, A., Streitbürger, A., Reinhardt, D., & Götte, M. (2022). Effects of an Exercise Intervention on Gait Function in Young Survivors of Osteosarcoma with Megaendoprosthesis of the Lower Extremity-Results from the Pilot Randomized Controlled Trial proGAIT. Current oncology (Toronto, Ont.), 29(10), 7754–7767. https://doi.org/10.3390/curroncol29100613